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Ein Klassiker aus Bergen

Lange wurde behauptet, dass Bergen keine eigene Aquavit-Tradition hat – aber das ist ein Irrtum. Allerdings hat die Stadt Bergen erst im Jahr 2002 ihren eigenen Aquavit unter dem Namen „Bergens Aquavit 1818“ auf den Markt gebracht. Die Tradition der Aquavitherstellung ist aber wesentlich älter. Die Bergener behaupten sogar, dass ihre Stadt, umgeben von den sieben Bergen, die Geburtsstätte des Aquavits ist. Geschichtlich gesichert ist, dass der dänische Schlossherr von Bergenshus, Eske Bille, am 13. April 1531 einen Brief an den Erzbischof Olav Engelbrektsson in Nidaros schickte und darin schrieb: „Ich sende Eurer Hoheit etwas ‚Aqua Vitae‘, als Heilmittel gegen alle Krankheiten, egal ob sie äußerlich oder innerlich seien“.


Lars Ole Ørjasæter (ins Deutsche übersetzt von Panja Richter)

Fünf Jahre datiert die Reformation des Martin Luther mit vielen gesellschaftlichen Auswirkungen, und demnach veränderte sich das Verhältnis der Leute zu alkoholhaltigen Getränken, auch bei Ärzten und Gelehrten. Aber nicht alle Menschen nahmen die Lehren des Martin Luther ernst und übertrieben den Alkoholgenuss. Im Jahre 1624 musste ein Verbot eingeführt werden, nach welchem es untersagt war, Bier und Branntwein bei Hochzeiten auszuschenken. Im 1638 wurde sogar den Priestern untersagt, ihren eigenen Branntwein zu brennen.

H. R. Martens
Früher war Getreide der Grundstoff für den Branntwein, und die Stadt Bergen war kein unbedeutender Importhafen dafür. In der Mitte des 17. Jahrhunderts soll es 15 Brennereien mit insgesamt 27 Brenn-Kesseln in Bergen gegeben haben. In den darauffolgenden Jahren folgte ein Auf und Ab, was die Anzahl der Brennereien anging, aber auch in der Frage, ob es Recht oder Unrecht sei, die edle Kunst der Destillation zu betreiben.
   In 1818 blieben nur noch 6 Brennereien übrig, und eine von diesen war die H.R. Martens Brænderi. Dass in dieser Brennerei auch Gewürze verarbeitet wurden, führte dazu, dass der Destillateur Halvor Heuch der Arcus AS auch diese nutzte, um den Bergens Aquavit herzustellen.

Kümmel und Anis
Das „Original“ hatte sowohl Kartoffel als auch Getreide als Basis, aber der damalige Bergens Aquavit von 1818 basierte ausschließlich auf einer Kartoffelspirituose.
   Das Getreide als Grundstoff wurde um etwa 1830 vollständig von der Kartoffel verdrängt, aber um etwas von dem alten Spirituosencharakter des beginnenden 18. Jahrhunderts zu erhalten, wurden einige alte Geschmackselemente der ursprünglichen Spirituose bei der Herstellung verwendet.
   Zu dieser Zeit wurde die Spirituose gern ohne Geschmacksverstärker getrunken. Das ist auch der Grund dafür, warum die Rezeptur für den Bergens Aquavit recht einfach ist, im Vergleich zu der Anzahl an verarbeiteten Gewürzen und zudem sehr klassisch für die damalige Zeit. Der Bergens Aquavit ist bekannt als ein rein gewürzter Kümmelaquavit, mit einer leichten Anis-Note. Der Aquavit passt sehr gut zum Essen und besticht durch seinen moderaten Fasscharakter, außerdem ist der Reifeprozess mit etwas unter einem Jahr verhältnismäßig kurz.
   Die alten Stadtaquavite wurden nicht lange im Fass gelagert. Die Fässer dienten praktisch mehr als Verpackung und Transportbehälter, als dass sie den Reifeprozess unterstützen oder dem Geschmackscharakter Stärke verleihen sollten.


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Destillateur Halvor Heuch, Arcus AS, mit Bergens Aquavit 1818.